Wer jagen möchte, sucht Frieden

Wer jagen möchte, sucht Frieden,
Freiheit, Einsamkeit im Walde
oder Schilfrohr, Abgeschieden-
heit im Einklang mit der Natur
auf einer schattigen Halde
oder einfach durch Feld und Flur.

Wer jagt, versetzt sich in eine
Zeit, in eine zeitlose Zeit,
wo alles, wie alte Weine,
auch heute noch in Ordnung ist.
Ob die Sonne sticht, ob’s dann schneit,
wer jagt, bleibt immer Optimist –

Geschenke der Jagd , Jagd und Naturlyrik (Anthologie),
Dichterkreis Jagdlyrik im BJV, Ausgabe 2014

Für uns allein

Wir alle machen, was uns gefällt,
befolgen unsere Triebe,
den Zeitgeist, der uns beschreibt,
wir jagen immer nach Geld,
nach Ruhm, nach Glück und nach Liebe
für uns allein.

Die Jäger jagen nach dem Natur-
erlebnis, schützen, füttern, hegen
das Wild und schonen und erlegen
nach einem eigenen Schwur,
damit es erhalten bleibt
für uns allein.

Geschenke der Jagd , Jagd und Naturlyrik (Anthologie),
Dichterkreis Jagdlyrik im BJV, Ausgabe 2014

Septemberabend

Über den Wäldern liegt ein feiner Dunst,
ein paar Tage lang hat’s nur geregnet.
Herbst ist gekommen, die Blätter fallen
bald und auch die Temperaturen;
alles von der Natur gesegnet.

Wo die Bäume dem Zauber verfallen,
hört man flüchtig, wie ein Stück Schwarzwild grunzt.
Morgen erst sieht man im Schlamm die Spuren –

Geschenke der Jagd , Jagd und Naturlyrik (Anthologie),
Dichterkreis Jagdlyrik im BJV, Ausgabe 2014