26. April 2013

Von weitem waren’s zwei weiße Flecke
inmitten einer fettgrünen Wiese
mit einem hellgelben Rapsfeld gleich links
und dunkelbrauner gepflügter Erde
auf der andren rohen Schattenecke.

Näher betrachtet hatten sie eine
weiße Oberseite, schwarze Schwingen,
einen Schnabel, der lang und grellrot war,
und rote Ständer. Sie bewegten sich
ganz langsam ohne falsche Gebärde.

Die weißen Störche waren für meine
wunde Menschenseele wie Balsam. Klar
war die Botschaft, weit weg von der Krise:
Das Schöne ist griffbereit, immer rings-
umher, greif zu, sei unerschütterlich
und lass das Lied der Natur erklingen.

 

Tag und Nacht auf Jägers Pfaden, Lyrik und Prosa zu Jagd und Natur (Anthologie), Dichterkreis Jagdlyrik im BJV, Ausgabe 2015 (Dezember 2014)