von O Theobald | Juni 14, 2014 | Jagd- und Naturlyrik (Anthologie)
Wer jagen möchte, sucht Frieden,
Freiheit, Einsamkeit im Walde
oder Schilfrohr, Abgeschieden-
heit im Einklang mit der Natur
auf einer schattigen Halde
oder einfach durch Feld und Flur.
Wer jagt, versetzt sich in eine
Zeit, in eine zeitlose Zeit,
wo alles, wie alte Weine,
auch heute noch in Ordnung ist.
Ob die Sonne sticht, ob’s dann schneit,
wer jagt, bleibt immer Optimist –
Geschenke der Jagd , Jagd und Naturlyrik (Anthologie),
Dichterkreis Jagdlyrik im BJV, Ausgabe 2014
von O Theobald | Juni 14, 2014 | Jagd- und Naturlyrik (Anthologie)
Wir alle machen, was uns gefällt,
befolgen unsere Triebe,
den Zeitgeist, der uns beschreibt,
wir jagen immer nach Geld,
nach Ruhm, nach Glück und nach Liebe
für uns allein.
Die Jäger jagen nach dem Natur-
erlebnis, schützen, füttern, hegen
das Wild und schonen und erlegen
nach einem eigenen Schwur,
damit es erhalten bleibt
für uns allein.
Geschenke der Jagd , Jagd und Naturlyrik (Anthologie),
Dichterkreis Jagdlyrik im BJV, Ausgabe 2014
von O Theobald | Juni 14, 2014 | Jagd- und Naturlyrik (Anthologie)
Über den Wäldern liegt ein feiner Dunst,
ein paar Tage lang hat’s nur geregnet.
Herbst ist gekommen, die Blätter fallen
bald und auch die Temperaturen;
alles von der Natur gesegnet.
Wo die Bäume dem Zauber verfallen,
hört man flüchtig, wie ein Stück Schwarzwild grunzt.
Morgen erst sieht man im Schlamm die Spuren –
Geschenke der Jagd , Jagd und Naturlyrik (Anthologie),
Dichterkreis Jagdlyrik im BJV, Ausgabe 2014
von O Theobald | Juni 13, 2012 | Jagd- und Naturlyrik (Anthologie)
Ein Stück Rehwild verlässt vertraut
die Dickung wie ein Mensch sein Haus,
es tritt zur Äsung aus,
nimmt hier ein Blatt und dort ein Kraut
und trollt zur nächsten Wiese,
die nicht gemäht ist. Wie so oft
ist’s heute auch von Anbeginn
ohne irgendeinen Begleiter.
Es muss ein junger Rehbock sein,
er wirft nur selten auf, verhofft
nicht lange, zieht dann weiter
an der Tanne vorbei, lässt diese
stehen und wechselt langsam in
den Tageseinstand ein –
von O Theobald | Juni 13, 2012 | Jagd- und Naturlyrik (Anthologie)
Alleine wer die Natur
kennt, versteht und liebt,
so dass das Geißkitz fiept
und die Tauben schwätzen,
weiß die Rolle der Jäger
in Forst und Flur
als Richtungsfeger
hoch zu schätzen –
von O Theobald | Juni 13, 2012 | Jagd- und Naturlyrik (Anthologie)
Für Hans
Auf etwas in der Ferne
hat sie die Seher gerichtet,
also äugt sie sozusagen
in die Zukunft. Die Gehöre
sind spitz und die Nase neigt
nach vorn, sie windet –
Was sie am Anfang ihres Lebens,
wahrscheinlich unter einer Föhre,
wohl jetzt empfindet?
Ob sie sich schon verpflichtet
fühlt und weiß, was niemals vergebens
sein wird, wenn der Nebel steigt?
Ahnt sie bereits die Macht der Sterne
sowie dann des Jägers Fragen?
Dichterkreis Jagdlyrik im BJV, Ausgabe 2012